Comenius- Austauschtreffen in Frankreich vom 27.9. bis 3.10.2014

Das nunmehr 4. Austauschtreffen fand in Langon in der Nähe von Bordeaux statt. Sarah, Ricarda, Johanna und Robin aus der 7B waren diesmal die Auserwählten, die zusammen mit ihren LehrerInnen die Reise nach Frankreich antraten. Trotz Streikbehinderungen durch die Air France und dadurch bedingten Umbuchungen auf andere Flughäfen inklusive einer 1-stündigen Zugfahrt durch Paris kamen wir unbeschadet und diesmal mit Gepäck in Langon an, wo wir sehr herzlich begrüßt wurden und zu unseren Gastfamilien gebracht wurden.

Der erste Tag war ein Sightseeing – Tag am Bassin de Arcachon am Atlantik. Dort stiegen wir auf die 109 m hohe Sanddüne von Pilat, die sich seit vielen Jahren dort gebildet hat. Ein atemberaubender Blick auf den Atlantik nach Osten und  in das Land nach Westen war der Lohn für den doch mühsamen Aufstieg. Wir verbrachten einige Zeit auf diesem riesigen Sandhaufen mit Kennenlernspielen und besuchten anschließend die nahe gelegene Stadt Arcachon.

 

Am Montag begann unsere gemeinsame Arbeit in unserer Partnerschule. Wir bildeten  Arbeitsgruppen mit je einer/m Schüler/in aus jedem Land und fassten dort unsere schon zu Hause erarbeiteten Texte über Food wasting zusammen.  Dabei konnten wir feststellen, dass wir in Österreich schon etwas mehr sensibilisiert sind als in anderen Ländern und das Thema „Lebensmittel wegwerfen“  in unseren Familien kein großes Problem darstellt. Die Zahlen über Lebensmittel, die im Müll landen, sind aber in allen Ländern viel zu hoch, als dass wir zur Tagesordnung übergehen könnten.  Das konnten wir auch in einem französischen Supermarkt bestätigt sehen, obwohl man uns bei einer sehr interessanten Führung versichert hat, dass man sich mit diesem Thema verstärkt auseinander setzt und Lösungen sucht. Der Tag endete mit einem kurzen Fußmarsch in und durch das Zentrum von Langon, einer kleinen Stadt am Fluss Garonne.

Am Dienstag arbeiteten wir zuerst fleißig an unseren Präsentationen weiter und hatten anschließend zwei Workshops, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Einerseits durften wir in einem kurzen Kochworkshop das Verarbeiten von Resten in der Küche ausprobieren, bei dem wir köstliche Brotvariationen zubereiteten, die auch sehr einfach herzustellen sind. Dann widmeten wir uns den Lebensmitteln der Zukunft und lauschten einer Präsentation über  die Produktion von Insekten als Nahrungsmittel.  Es bedurfte schon einer gewissen Überwindung, diese in kleinen Schälchen präsentierten Grillen und Mehlwürmer zu verkosten, letztendlich stellten wir aber wenig Geschmack und nur ein bisschen Knistern im Mund fest. Die als Pulver verarbeiteten Insekten gelten aber als hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel und haben die zur Verkostung angebotenen Kekse nicht weniger schmackhaft gemacht. Nach dem anschließenden Mittagessen – ohne Insekten – besuchten wir eine kleine Produktions- und Verarbeitungsstätte von alten Obst- und Gemüsesorten.

Am Mittwoch stellten wir dann unsere Präsentationen fertig und präsentierten den anderen Gruppen, was wir erarbeitet haben. Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden dann auf der WIKI-Plattform am Ende unseres Projekts veröffentlicht. Den Nachmittag verbrachten wir  in einer idyllischen Au am Fluss Ciron, wo wir unsere Canoeing-Erfahrungen oder Nichterfahrungen unter Beweis stellen konnten. Wir sind nach ca. 4 unendlich lang erscheinenden Kilometern schlussendlich alle wohlbehalten, aber mehr oder weniger nass,  dort angekommen, wo es geplant war.

Unseren letzten Tag in Frankreich verbrachten wir in Bordeaux. In kleinen Gruppen zogen wir mit unseren französischen MitschülerInnen und vorbereiteten Arbeitsblättern mit vielen Fragen durch die Innenstadt, und nachdem wir diese Aufgaben mehr oder weniger schnell erledigt hatten, konnten wir ein bisschen shoppen und die Stadt mit den vielen restaurierten und gut erhaltenen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten genießen. Am Ende dieses Tages gab es  noch eine kleine Abschiedsparty in der Schule und dann verbrachten wir den letzten Abend bei  unseren Gastfamilien.

 

Die Heimreise von Bordeaux verlief etwas unrunder als wir angenommen hatten, mehr oder weniger kleine Verspätungen ließen uns in Paris den Anschlussflug nur im Sprint von einem Gate zum anderen erreichen, sodass wir schlussendlich ohne Gepäck in Wien gelandet sind. Aber das war weit weniger schlimm als unsere Erlebnisse beim Austauschtreffen in Spanien.

Jetzt ist es unsere Aufgabe, für die zwei noch ausständigen Treffen, die im März in Deutschland und im Mai in Italien stattfinden, Vorbereitungen zu treffen. Wir werden landwirtschaftliche Betriebe besuchen und die Unterschiede zwischen industrieller und ökologischer Landwirtschaft  erarbeiten, Interviews mit Bauern und Lebensmittelproduzenten führen, Gütezeichen und ihre Unterschiede suchen  und die Konsequenzen der EU-Politik die Landwirtschaft betreffend  erörtern. Für unser Treffen in Deutschland haben wir  die schon im Vorjahr begonnene Broschüre über gesunde Ernährung  fertiggestellt und zur Zeit arbeiten wir noch an  Fragen und Antworten für ein „Trivial pursuit“ – Spiel, das wir im Mai in Italien präsentieren und veröffentlichen werden.